Impfung
                                                            (Text und Copyright: Annerose Kaiser)

  Im  September  2004  starb  die aus unserer Zucht stammende Hündin ASRA im Alter von 16 Wo-
  chen an den Folgen der Impfung.  Im  Januar  2005  zeigten sich bei drei von vier unserer Welpen
  aus dem Wurf einer völlig anderenVerpaarung  schwerste  Impfreaktionen. Daraufhin  trat  ich  mit
  mehreren anerkannten  Unikliniken im  In-  und  Ausland, sowie mit vielenTierärzten schriftlich und
  persönlich in Kontakt. Schon meine ersten Ergebnisse veröffentlichte ich auf dieser HP und  muß-
  te nicht lange auf Reaktionen warten.
  Durch Anfragen von Züchtern und Welpenbesitzern aller Rassen und Mischungen mußte ich zu
  meinem Erstaunen feststellen, dass die Dunkelziffer der Impferkrankungen sehr hoch ist. 

  Als direkte Antwort auf die Impfung sieht man als sogenannte  typische und  von Tierärzten auch
  als Impfreaktionen erkannte Symptome wie Müdigkeit, Erbrechen, Durchfall, Ödeme. Reagieren
  Welpen  erst  später,  z.B.  zwischen  dem  8.- 14. Tag  nach  der  Impfung mit Zittern, Schüttelfrost,
  Bewegungs-/Gleichgewichtsstörungen und Krämpfen wird dies  schon nicht mehr mit der Impfung
  in Zusammenhang  gebracht, die Diagnose ist dann meist “Epilepsie”. 
  Häufige  Spätfolgen, Reaktionen also, die nicht sofort nach der Impfung auftreten und ebenfalls
  nicht als Impfreaktionen diagnostiziert werden sind Husten, Otitis, Blasen-/Scheidenentzündung,
  Mandelentzündung, Vorhautkatharr bei Rüden, Magenschleimhautenzündung und  vor allem auch
  Hauterkrankungen, unstillbarer Juckreiz,  Anämie, Nervenentzündung, Lähmungen, Pannikulitis,
  Vaskulitis  u.a.m.  Diese werden auch ausgelöst durch die im Impfstoff enthaltenen Konservierungs-
  stoffe Thiomersal, Aluminiumphospat, Aluminiumhydroxid und Antibiotika  wie  Gentamixin,
  Gentamycinsulfat oder Neomycinsulfat.

  Leider wird ein Zusammenhang  zwischen Ursache  und  Krankheit nicht beachtet bzw. gesucht und
  gerade Impfreaktionen bzw. Impffolgen als Solche werden nicht, oder zu spät erkannt. Sehr wenige
  Tierärzte erkennen und bestätigen: (Zitat) “jede Krankheit die innerhalb der ersten 3-4  Wochen
  nach der Impfung auftritt  steht  in jedem Fall in  engem Zusammenhang mit  dieser und sollte mit
  besonderer Sorgfalt beobachtet und behandelt werden.

Aus BREEDER Special, Ausgabe 4/2005:
        Schapendoes-Welpe mit  starken  Beschwerden und Leberwerten um das  acht-  bis zwanzig-
         fache  erhöht.  Durch  Austestung  mit  VEGATEST ergab sich als Ursache ein schwerer Impf-
         schaden.
Aus schriftlichen Informationen verschiedener Universitäten, ich zitiere:
       “wir  wissen,  dass  solche  Reaktionen  immer  wieder einmal bei verschiedenen Rassen,  -
        besonders bei kleinwüchsigen Rassen-, auftreten”. Und:
       “Impfreaktionen bei Hunden sind bekannt, werden jedoch selten gesehen. Typische
        Symptome sind:  Unwohlsein,  Fieber, Schwellung an der Impfstelle und Hautreaktionen.
        Noch seltener  werden schwerwiegende Symptome gesehen wie immunbedingte
        Erkrankungen.
        Selten kann es zu  einer  “impfbedingten  Enzephalitis” kommen.  Dies kann durch einen Impf-
        durchbruch hervorgerufen werden,  z.B.  eine Staupe Erkrankung durch das Staupe-Virus im
        Impfstoff, oder die Impfung kann zentral eine Immunantwort auslösen.
Aus dem Buch des Tierarztes H. G. Wolff:
        bei zu frühzeitiger Impfung, also Impfung in das noch ungefestigte Immunsystem,  kann es zu
        Hirnreizungen kommen.
Aus der Veröffentlichung des Veterinary Vaccinology:
       “ein erkanntes Problem bei Staupe-Impfungen, besonders bei denen, die sich in Hundezell-
        kulturen vermehren ist das gelegentliche Auftreten von Impf-Enzephalitis”.
Aus einer Impfempfehlung/Beipackzettel der Pharmaindustrie:
       “die  hundezell-angepassten  Impfungen sollten nicht bei Welpen mit  weniger als  10  Wochen
        angewendet werden, da das Risiko der Impf-Enzephalitis sehr hoch ist”. 

zur Erklärung:
es gibt a)  Impfstämme, die auf Hühnerzellkulturen gezüchtet werden. Sie sind gerade deshalb
                    stark verändert und gelten als weniger immunogen, d.h. sie erzeugen keine so hohen
                     Impftiter
und       b)  Impfstämme, die auf  Hundezellkulturen  gezüchtet werden.  Sie sind weniger abge-
                    schwächt  und  erzeugen höhere Impftiter,  bergen dafür aber das Risiko der Virulenz,
                    d.h.  die Impfviren können unter bestimmten Umständen die Impflinge krank machen.

  Wie nun aber “richtig impfen” ?
  Heute ist es üblich, dass z.B. ein  zwölfjähriger Hund insgesamt mindestens 12 mal  fünf Impfungen,
  ausgegangen von einer jährlichen (nur)  5-fach Impfung,  zusätzlich eine Grundimmunisierung, also
  ca. 65 Impfungen erhalten hat. Dies zum Einen, und das Wissen, daß die Konservierungsstoffe wie
  z.B. Thiomersal genotoxisch wirken zeigt, daß eine Überforderung des Immunsystems und auch
  Schädigungen  des  Erbgutes  nicht  ausbleiben  können.  Ausserdem  können  alle  Impfviren  und
  -Bakterien eine Impferkrankung verursachen. 

  Laut Aussage eines Vet-Labors gibt es ,   Zitat (wörtlich):  “bis heute kein optimales Impfsystem für
  Welpen. Eine zu früh eingeleitete Mehrfachimpfung führt evtl. zu einer Überforderung und zu
  Impffolgen bzw.,  im schlechtesten Fall,  zu Impferkrankungen”.
  Aus Beipackzetteln für Staupe-, Hepatitis-, Leptospirose- und Parvovirose-Impfstoffe:
         “der Impfplan muss die beim Welpen vorhandenen, kolostral vermittelten maternalen
         Antikörper berücksichtigen”.
  Impfempfehlung für die Kleintierpraxis:
         ein wichtiges Problem bei der Grundimmunisierung gegen Parvovirose und Staupe stellt die
         sogen. immunologische Lücke dar. Dies ist die Phase in der der Welpe die maternalen
         Antikörper so weit abgebaut hat, dass sie ihn nicht mehr vor einer Infektion schützen können.
         Diese geringe Restmenge an Antikörpern kann aber trotzdem noch die Impfung stören. Eine
         Immunantwort der Welpen nach der Impfung mit herkömmlichen Vakzinen ist praktisch erst mit
         dem Verschwinden der maternalen Antikörper möglich. Im Idealfall ließe sich also ein
         individuelles Impfschema erstellen, nachdem der optimale Impfzeitpunkt für den Welpen durch
         Titerbestimmung errechnet wurde.
  Merial:
          Probleme mit der Impfung im Welpenalter: Nützlicher Schutzwall in den ersten Lebenswochen
          ist die passive Immunität von der Mutterhündin. Immune Hündinnen geben Schutzstoffe
          (maternale Antikörper) an ihre Welpen weiter, eine kleine Menge bereits im Mutterleib, den
          Hauptteil in den ersten Stunden nach der Geburt über die Muttermilch. Die mütterlichen
          Abwehrstoffe haben allerdings eine unangenehme Eigenschaft: Sie stören die aktive
          Schutzimpfung wenn sie noch zu konzentriert vorhanden sind.
  Prof. Dr. Horzinek, Uni Utrecht:
        “die  jährliche Vakzinierung gegen alles und jedes ist eher Folklore.” 
(Tierärztekongress 2000)
  Und:“bis vor wenigen Jahren war man der Meinung, Impfungen schadeten nie,  inzwischen wissen
         wir, dass das nicht so ist. Es ist die wissenschaftliche Einsicht, die einem sagt, es ist nicht
         notwendig, jährlich zu impfen. Aber  weder  Tierarzt  noch  Pharmaindustrie  haben ein
         Interesse daran weniger häufig zu impfen” 
(WDR-Interview Jan. 2001)
  Impfempfehlung VDH:
         die Grungimmunisierung der Welpen muss so gestaltet sein, dass ein optimaler Übergang
         vom maternalen Schutz zur Impfimmunität erfolgt, ohne die Jugendentwicklung des Hundes
         nachhaltig zu beeinflussen.

  Einige Impfungen sind in jedem Fall wichtig und eine Grundimmunisierung auf der Basis gesicher-
  ter Erkenntnisse auch notwendig.   Beim  Welpen  hängt  der optimale Zeitpunkt der Impfung sehr
  von den maternalen Antikörpern ab.  Durch  Titerbestimmung läßt sich der optimale Impfzeitpunkt
  und auch der Erfolg der Impfung nachweisen .

Unsere  Welpen werden nur noch nach erfolgter Titerbestimmung zum errechneten optimalen Zeitpunkt geimpft und Staupe-Impfstoffe  die  auf  Hundezellkulturen  gezüchtet  werden  kommen  bei uns nicht mehr zum Einsatz.

  Wegen der  Zusammensetzung  sollten die Impfstoffe vom gleichen Hersteller sein. Die Tollwut-
  impfung sollte immer als Einzeldosis und frühestens mit 16 Wochen am besten erst nach dem
  Zahnwechsel, in jedem Fall jedoch in mindestens 14-tägigem Abstand zu anderen Impfungen
  erfolgen.

Der Impfschutz nach erfolgreicher Grundimmunisierung wurde in  USA,  unter  anderen  durch  Fa. Pfizer, mittlerweile hinreichend untersucht, mit folgenden Ergebnissen:
  Staupe:    Immunschutz mind.  7 Jahre (Atemwegserkrankungen, Husten, Erbrechen, Durchfall,
                                                                            Krämpfe, Ataxia)
  Hepatitis: Immunschutz mind.  7 Jahre (virale Leberinfektion, Erbrechen, Durchfall, Austrocknung)
  Parvo:      Immunschutz mind.  7 Jahre  (virale Herzmuskelinfektion, Durchfall und Erbrechen mit
                                                                             Blut versetzt)
  Tollwut:    Immunschutz mind.  3 Jahre  (Virusinfektion von Gehirn und NS)

abzuraten ist von:
  Leptospirose:   bakterielle Infektion von Nieren, Leber und  Blut.  Die meisten Erkrankungen wer-
                                den  durch  Serovare ausgelöst, gegen die der Impfstoff nicht schützt.
(Kleintiermedizin
                                Ausgabe 1/2 2006)
  Parainfluenza:  virale Atemwegsinfektion mit Husten (generelle Wirksamkeit ist nicht erwiesen)
  Bordetella:        bakterielle Atemwegsinfektion mit Husten (generelle Wirksamkeit ist nicht
                                erwiesen)
  Herpesvirus:    Welpensterben  durch  Herpesvirus.  Kommt  in Deutschland  sehr selten vor, die
                                Notwendigkeit einer Impfung ist deshalb sehr fraglich.
(Kleintiermedizin Ausgabe 2006)
  Borrelia:             eine generelle  Wirksamkeit der Impfung kann nicht erwartet werden,  die
                                Zeckenprophylaxe  ist deshalb einer Impfung vorzuziehen.
(Kleintiermedizin 1/2  2006)

  In den USA  wird ausdrücklich davor gewarnt Hunde unter 12 Wochen und Hunde kleiner Rassen
  jeden Alters gegen Leptospirose zu impfen! Tatsächlich  können  nur  zwei  Bakterienstämme be-
  impft werden. Weltweit wurden jedoch  bisher  lt.  MSD  Manual,  Ausgabe  1993, 170, und  lt. Koch-
  Institut  250 Serotypen identifiziert. Lt. Laboklin  wurden  die  wenigen bekannten Leptospirose Fälle
  der letzten Jahre ausnahmslos nicht durch L.canicola verursacht, sondern z.B. durch L.interrogans,
  L.bratislava, L.pomona  usw., wofür es jedoch keine Impfstoffe gibt. Ausserdem ist der Immunschutz
  einer Leptospirose-Impfung  nur  zwischen 4  bis max.  8  Monaten gewährleistet. Ähnlich ist es auch
  mit der Parainfluenza und Bordetella bzw. dem Zwingerhusten. Leptospirose und Zwingerhusten
  sollten demnach,  wie auch von  verschiedenen  Universitäten im In- und Ausland empfohlen  nur
  bei wirklich gefährdeten Tieren bzw.  nachweislichem Ansteckungsrisiko beimpft werden!

Für eine Impfung nach oben genanntem Schema stehen den Tierärzten folgende Einzelimpfstoffe zur Verfügung:

  Tollwut, flüssig                                  Merial (3-Jahresimpfstoff), Intervet, Virbac,
                                                                 Pfizer (3-Jahresimpfstoff), 
                                                                 Essex (3-Jahresimpfstoff)
                                                                 Intervet und Virbac
  Parvovirose, gefriergetrocknet   Merial, Intervet
  SHL als Kombiimpfstoff                 Merial, Intervet, Virbac,  (dabei sind  S  und H gefriergetrocknet, L
                                                                 ist flüssig. Die  Trockensubstanz  (S und H)  wird  unmittelbar  vor
                                                                der  Injektion mit der wässrigen  Suspension,  in diesem Fall  L,
                                                                aufgelöst. Es ist risikolos möglich die wässrige L-Suspension
                                                                durch Wasser für Injektionszwecke zu ersetzen
  SHP als Kombiimpfstoff                Merial, Intervet, Virbac
  Staupe/Parvovirose (SP)             Intervet

Leider ist es eine wahre  Kunst,  einen Tierarzt davon zu überzeugen, dass er, obwohl möglich, die
Impfstoffe nach Wunsch des Hundebesitzers besorgt und dasTier entsprechend impft.  An Impffol-
gen  oder  Impferkrankungen leidet jedoch  IHR  Hund,  ganz zu schweigen  von den Kosten einer Folgebehandlung !


Diese Seite  wurde  nach  bestem Wissen  gestaltet,  dabei geht mein besonderer  Dank  an  die  Tierärzte und Kliniken, die
 durch ihre Informationen dem Entstehen dieser Seite beigetragen haben, sowie an Frau Irene Kuisma - Kennel Rattenjäger, Herrn Walter  Froyen - Kennel Stallvakten,  Frau  Andrea Kraft - Stallwache.de Frau Anke Walet - Deutsche Pinscher van de Wahlhecke. Des weiteren bedanke ich mich bei Frau  Elfriede Paech - pinch-hits.de  und  Herrn  Siegfried Menzel -Deutsche Pinscher vom Robinienhof  für den Efrahrungsaustausch (Titergebnisse).

Der  Inhalt  dieser  Seite  wurde in Zusammenarbeit mit Frau Andrea Kraft auf  der Pinschertagung 2005 erstmals vorgetragen und durch einen anwesenden Tierarzt bestätigt.
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